Welterbe Hallstatt

Welterbe Hallstatt

Baukulturelles Erbe im Salzkammergut

Transkript

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Am Ischler Salzberg in Perneck finden wir baulich eine ganz ähnliche Situation vor, wie sie etwa in Hallstatt im Salzberghochtal oder im Halltal bei Absam in Tirol zu finden ist. Es sind einfach große Salinengebäude noch vorhanden, die nicht mehr genutzt werden und dem Verfall preisgegeben werden. Die Entwicklung oder die Gründung des Ischler Salzbergs beruht vor allen Dingen darauf, dass zu Beginn des 16. Jahrhunderts es den Habsburgern gelungen ist, mit der Erwerbung Böhmen und Ungarn auch die Salzmärkte dieser Länder zu erobern. Und natürlich erzeugte das eine riesige Nachfrage nach Salz.

Welches das Salzbergwerk, aber vor allen Dingen die Salzpfanne in Hallstatt nicht mehr bewältigen konnten. Daher war natürlich die Hofkammer, die mit dieser Salzwirtschaft betraut war, bestrebt, natürlich möglichst schnell, möglichst viel Salz zu produzieren, denn mit dem Salz konnte damals das meiste Geld für den Staatshaushalt verdient werden.

[1:17] Und als in den 1560er Jahren die Kunde von der Auffindung salziger Quellen in Perneck kund wurde, da wurden natürlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dieses Salzlager zu erschließen. Und bereits 1563 wurde der Ischler Salzberg aufgeschlagen. Allerdings blieb die Ausbeute hinter den Erwartungen zurück. Das Salzlager kann man sich als eine stehende Linse von etwa nur 60 Metern Breite und 100 Meter Tiefe vorstellen, welche in den Kalkstock aufragt. Das heißt, die ersten Vortriebe wurden noch hinter dem Salzlager weit ins taube Gestein fortgeführt, weil man einfach nicht glauben konnte, dass das Lager schon wieder erschöpft ist. Erst wie man mit diesen Horizonten immer weiter zum Pernecker Talboden herunterkam und dann zu Ende des 18. Jahrhunderts etwa den Ludovika-Horizont bzw. den Maria-Theresien-Horizont aufschloss, wurde dieses Salzlager etwas größer. Allerdings um den sehr hohen Preis, dass man sehr, sehr weite Strecken, das bedeutet über 500 Meter, durch extrem hartes, taubes Gestein führen musste, bevor man erst aufs Salzlager kam. Hier beim Maria-Theresien-Stollen ist der Stein so hart, dass der jährliche Vortrieb nur 15 Bergstabel betrug, also gute 20 Meter, beziehungsweise wenn wir uns das auf eine Tagesleistung umrechnen, konnte im Dreischichtbetrieb etwa 10 cm Stollen vorgetrieben werden, das heißt pro Schicht 3 cm, was natürlich schon wirklich harte Arbeit braucht und natürlich nur in einer staatlichen Organisation möglich ist, welche den entsprechenden finanziellen Atem hat, um so ein langfristiges Projekt durchziehen zu können. Nachdem die Pernecker TalSole erreicht war, war es ja nicht mehr möglich, die Baue zu unterfahren, Die ursprüngliche Laugwerkstechnik bedingt ja, dass man immer einen Horizont unter dem Abbauhorizont braucht, um die Sole auch ausleiten zu können. Und das war dann mit der Erreichung des Pernecker Talbodens nicht mehr möglich.

[3:45] Die Bergbauanlage wurde dann noch als Schaubergwerk, als Fremdenbefahrung benutzt. Und auch diese Fremdenbefahrung wurde im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts eingestellt. Seit 1999 wurde von den Salinen das alte Maria Theresien Berghaus abgebrochen. Für das neue Maria Theresien Berghaus fand sich zum Glück ein interessierter privater Käufer, der in der Zwischenzeit dieses Objekt vorbildlich restauriert hat und damit auch gezeigt hat, wenn ein entsprechender Wille vorhanden ist, dass man diese Kulturdenkmäler, diese bedeutende Bausubstanz, unser baukulturelles Erbe durchaus retten, bewahren und nutzen kann. 2020 erfolgte dann auch noch der Abbruch der Bergschmiede und von der einst florierenden Bergbausiedlung Perneck von den Betriebsgebäuden ist letztlich nur noch ein kärglicher Rest übrig geblieben. Über den ursprünglichen Bestand, über den Reichtum und die Qualität dieser Gebäude gibt es eine hervorragende Landingpage auf der Website Via Salis, die im Übrigen den Ischler Salzbergbau in seinen ganzen Dimensionen wirklich hervorragend beschreibt. Und ich werde diese Landingpage in den Shownotes zu dieser Episode verlinken.

https://www.viasalis.at/berghaeuser-maria-theresia-stollen

Über diesen Podcast

Das Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut ist eine einzigartige Kulturlandschaft mit einem reichen baukulturellen Erbe. Mein Name ist Friedrich Idam und ich stelle ihnen in jeder Episode eine neuen Aspekt unseres Welterbes vor. Dieser Podcast wird von Welterbe - Management Hallstatt unterstützt.

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von und mit Friedrich Idam, Gestaltung: Reinhard Pilz

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