Welterbe Hallstatt

Welterbe Hallstatt

Kulturelles Erbe im Salzkammergut

Transkript

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00:00:01: Die Dächer von Gebäuden werden manchmal auch als die fünfte Fassade bezeichnet.

00:00:10: Und gerade in Hallstadt, wo ja die Höhenentwicklung einzigartig ist ein Ort der an den Steilhang gebaut ist, wo man überstiegen die verschiedensten Niveaus des Ortsgebietes erreicht dort sieht man von vielen Punkten auf diese Dächerhalschatzkasse, auf diese Tachlandschaft.

00:00:37: Auf die fünften Fassaden der Häuser und da fällt einem auf dass es unterschiedliche Dachneigungen gibt.

00:00:46: also das ist nicht eine Standardform der Dach-Neigung gibt sondern dass es da durchaus Unterschiede gibt.

00:00:55: und es stellt sich die Frage wie entsteht überhaupt die Idee, ein Dach zu neigen und wie kommt man dann darauf ganz bestimmte Neigungen auszuführen.

00:01:09: Und da waren es eigentlich über Jahrhunderte die äußeren Gegebenheiten, die äusseren Rahmenbedingungen welche ganz bestimmten Dachneigungen erzeugt haben.

00:01:22: Ganz elementar dient natürlich die Dach-Neigung dazu dass der Regen abbrinnen kann und da gibt es eine relativ einfache Faustregel.

00:01:34: Ich steile das Dach, desto schneller und leichter rinnt der Regner ab.

00:01:40: Und wenn wir uns jetzt topografisch hier an der Nordseite der Alpen die Väter-Situation anschauen, dann haben wir ja den Nordstau der Alpe also eine sehr regenreiche Gegend von den frühesten Siedlungen auch in prächistorischer Zeit, dass da die Gebäude-Decher brauchten welche vor Regen schützen.

00:02:07: Es gibt natürlich andere Gegenden dieser Welt wo es kaum regnet.

00:02:11: Denkst du an orientalische Städte mit ihren häusern kubischen Häusern und flachen Dächern Hofhäusern.

00:02:19: hier sind die topografisch metrologische Situation eine ganz andere.

00:02:25: also Haltstadt im Welterbe war von Alters her das geneigte Dach, einfach eine Notwendigkeit um einen guten Schutz der Gebäude verregt zu bilden.

00:02:39: Die andere Dimension die ja auch Natur gegeben ist, ist das Dachdeckungsmaterial.

00:02:48: In den Gegenden wo Ackerbau üblich war, war es auch lange Zeit üblig Die Dächer mit Strohdekken, das waren Getreidesorten mit besonders langen Halmen.

00:03:02: Es ist heute zum Beispiel schwierig bei Strohdeckungen noch an dieses langhalmige Strohr heranzukommen und das finde ich auch ganz interessant.

00:03:14: Das Binden dieser Strohdecke auch das erfolgte.

00:03:17: Mit Strohe wurde aus diesen getreide Halmen auch so Arzeile gedreht, mit denen dann der Stroh wieder gebunden war.

00:03:25: Man konnte letztlich mit einem Abfallmaterial, also fern man es nicht als Streu für den Stall brauchte, ein Dachdecken das gute Qualitäten besaß und dauerhaft war.

00:03:41: Hier im inneren Salzkammergott war getreide Anbau so gut wie unmögliches.

00:03:49: Geteinerseits wenig dazu geeignete Flächen Andererseits brauchte man möglichst viele Flächen für die Forstwirtschaft.

00:03:58: So dass es hier also zwangsläufig zur Holzdeckung führte, das gespaltenes Holz, das Ausgangsmaterial, das lokal verhandene Ausgangsmaterial für die Dachdeckungen war.

00:04:13: Es gibt in diesem Podcast-Welt der Behaltstadt eine eigene Episode wo genau diese Holz und Bretter Deckungen... geht.

00:04:23: Ich stelle in die Show-Notes diese Episode einen Link zu dieser weiterführenden Episode.

00:04:31: Die Dachneigung ist aber auch bei den Holzdeckungen durch die Befestigung bedingt, beim Stroh wie gesagt da es möglich ist das Stroh an der Tachkonstruktion zu bieten.

00:04:48: also hier sind relativ steile Dächer möglich vor allen Dingen auch im landwirtschaftlichen Bereich und die hat natürlich dann auch gleichzeitig den Vorteil, dass sie als Bergeräumte sind.

00:05:00: Also genau dort wo diese Feld- und Getreidewirtschaft durchgeführt wurde hatte man einerseits das Material um steilere Dächer decken zu können welches dann wieder quasi in einer Wechselwirkung wieder den Vorteel des größeren Bergeraums brachte.

00:05:20: Das Befestigen von Holz auf steileren Dächern erfordert Nägel.

00:05:27: Und über sehr lange Zeiträume war Eisen, aus denen die Nägel geschmiedet wurden ein sehr wertvoller Rohstoff.

00:05:36: und so gab es gerade im Alpinnenraum sehr lange zeit Die Befestigung der Liegtig dass man also die gespaltenen Schindler nur auf die Tachkonstruktion liegte und Steinen beschwert, um ein Abrutschen der Schindeln zu verhindern.

00:05:54: Das sind natürlich dann relativ geringe Dachneigungen.

00:05:58: da ist man im Bereich von vielleicht fünfzehn-, achtzehnt Grad-Dachneigung denn wenn das Stach steiler wäre würden ja die Schindler abrutschten.

00:06:08: Das hatte wiederum zur Folge dass bei dieser geringen Dachnäigung das Wasser nicht so gut abbrennen konnte durch diesen Umstand relativ schnell verfallen.

00:06:23: Vielleicht auch zur Konservierung in diesen frühen Formen, als es diese Legdecher gab da hatten ja die Häuser noch keine Geschoßdecke also die Stubendecke, die Trantecke und die Geschohstecke.

00:06:37: Die konnte erst im späten fünfzehn, frühen sechzehn Jahrhundert setzte ich die erst Flächendecken durch.

00:06:43: Also davor waren die Häuser so wie man es zum Beispiel manchmal auch bei alten Almhütten sieht nach oben offen.

00:06:51: Auch hatten diese Häuser keine Rauchfänge.

00:06:55: Es brannte am Herd ein offenes Feuer und das täglich Sommer-wie Winter weil man ja das Feuer auch zum Kochen brauchte.

00:07:04: Und dieser aufsteigende Rauch der irgendwie bei dieser frühen Form der Häuser durch die Ritzen der Dach hat, sodass einerseits eine Trocknungswirkung auf die Dachdeckung erfolgte andererseits aber auch das Holz durch den Rauch quasi gesellig geräuchert und damit bis zu einen gewissen Grad konserviert wurde.

00:07:30: Als ich eben dann die Decken weiterverbreitet und das eben dann der Rauch nicht mehr hauptsächlich durchs Dachabzug, dass man dann in den Rauchstuhlme auch knapp unterhalb der Decke Rauchlücken ausführte.

00:07:46: Da wurde ja auch die Dachhaut nicht mehr so gut getrocknet und die Techer verfolgen noch schneller, sodass man sich dann andere Strategien überlegen musste um diese eine andere Strategie weiter geschmiedete Nage natürlich Hand in Hand mit der Ausweitung der Salzwirtschaft, die dann gerade im Sechzehn Jahrhundert zu Blühen begann und wo durch diese industrielle Produktion zum Beispiel in Halstadt sehr viele Eisen für Pfanne gebraucht wurde.

00:08:21: Dass das alleine eigene Hofschmieden betrieb, dass es also hier doch möglich war relativ kostengünstig geschmiedete Nägel herzustellen und auch an die Bevölkerung abzugeben, sodass dann steilere Dächer ausgeführt wurden.

00:08:38: Und die nächste Steilheitsstufe der Dächter sind dann die sogenannten gelagerten Dächern.

00:08:46: Ich habe zuvor bei diesen Wegschilderndechern die Dachneigung noch in Grad angegeben aber zum Beispiel die alten Zimmerleute hatten keine Winkelmesser.

00:08:58: Die gaben die Dachneigungen im Verhältnis der Länge des Bundtraums, also des Bauteils welches von Traufe zu Traufer reicht.

00:09:10: Im Verhältnis zur Stuhlsäule.

00:09:12: Wenn man jetzt die Stuhlsäule halb so hoch macht wie die Länge das Bundtraum dann sind ja diese beiden Dachflächen bei dem Satteldach betrachtet zwei gleich schenkelige Dreiecke, also dann wäre die Dachneigung forty-fünf Grad.

00:09:30: Interessanterweise findet man bei historischen Tächern selten diese Fünfundvierzig Grattdachneigung, die wirkt auch wenn sie jetzt modern gemacht wird eigentümlich und ungewohnt sondern die Zimmerleute hatten so Faustregeln heuristiken wo es dann hieß Die Stuhlsäule ist um einen Fuß kürzer als die Halblänge des Bontraums.

00:09:58: Und da kommt man dann auf Dachneigungen, je nachdem wie lang der Bontraum ist so im Bereich um die Vierzig Grat also so achtunddreißig bis zweiundvierzig Grad.

00:10:09: und diese Dachform ist das sogenannte gelagerte Dach und das ist die Dachnäigung, die man in Hallstadt denke ich noch am häufigsten antrifft.

00:10:24: Durch die Änderung der Zimmerungstechnik, auch eine Änderungsdacheneigung in der Mitte des achzehnten Jahrhunderts kam aus dem Norden letztlich aus Norddeutschland eine neue Form der Dachstuhlkonstruktion das sogenannte Sparendach.

00:10:42: Das historisch alte verwurzelte Dach in der Welterwegerregion ist das sogenanntepfettentach also dass es eine Tachkonstruction wo auf Stuhlsäulen horizontale Balken die sogenannten Pfetten auflegen und auf diesen Pfetten liegen dann die Schräghölzer, die sogenannte Raufen auf.

00:11:08: Beim Sparren-Tach sind keine Pfetten erforderlich denn da bilden der Bunddramat, die sog.

00:11:16: Sparen einen Dreiecksverband und dieser Dreieckverband stützt sich quasi selbst.

00:11:24: Keine Pfetten erforderlich, es sind größere Spannweiten erforderliche.

00:11:28: Allerdings ist auch die Zimmermannstechnische Ausführung dieser Dächer schwieriger.

00:11:35: Man muss dann die Spanfalldingen im Fußbereich durch einen Fersenversatz in den Bunddrahmen verkrimmen.

00:11:44: Der Bunddramm muss dann damit er diese Spannungen aushält nach außen vorgragen.

00:11:52: das heißt so Ganz einfach sieht man es, wenn man auf die Dachkonstruktion von unten schaut oder an der Außenseite und man sieht schräge Hölzer am Dachfuß nach außen ragen.

00:12:05: Dann handelt das sich um ein Pfettendach!

00:12:09: Wenn man keine Schräghölzer sieht sondern wenn in Haarstadt etwa beim Benefizium am Kranz gesimmsel des Gebäudes also unterhalb da drauf wird zum Beispiel eine Holkelle ist die Konstruktion auskragt und das Dach am Fuß einen leichten Schwung besitzt, also am Dachfuß etwas flacher wird.

00:12:34: Dann handelt es sich um ein Sparendach.

00:12:37: Diese Sparentächer sind aus konstruktiven Gründen ist es hier günstig wenn sie steil aus forty-fünf Grad sind denn wenn die flacher Und große Schneelasten drangestehen vor allen Dingen in dem vorbeschriebenen Bereich am Dachfuß, wo der sparnenden Bunddramm verkämmt ist.

00:12:56: Extreme Horizontalllasten welche dann ein Abschieren des Vorkopps des Bunddrahm auslösen würden also hier für flache Dächer Grundsätzlich immer günstiger.

00:13:11: das Pfettnach für steilere und so ganz steile Dächer sehen wir zum Beispiel.

00:13:16: In Hallstedt auch beim Miesenhaus neben der Kalbaren Bergkirche, da sind dann die Steildächer jenseits steiler als Achtundvierzigrat und hier müssen natürlich die Schindel durch Nägel entsprechend befestigt werden.

00:13:37: Diese verschiedenen Typen von Dachneigungen waren etwa bis zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts im Welterbegibitsjahr weit verbreitet.

00:13:51: Und dann hat man zu Beginnen des neunteren Jahrhunderte von Seiten der Saline um Holz zu sparen, ist man daran gegangen noch die vorhandenen alten.

00:14:08: Und dann denke ich, zwischenzeitlich sind da auch vor allen Dingen die Dachbretter schon mit Holznegeln befestigt worden.

00:14:16: Dort wird dann die Aufsteilung der Decke angeordnet.

00:14:19: also diese flachen eignen Legschindertecher verschwanden dann zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts.

00:14:27: und zur Ende des Neunzehn Jahrhunderts kann dann wie den Betriebnahme der Konkurrenz Rodol sparen die Möglichkeit alle möglichen Dachdeckungsmaterialien ins Welteerbegebiet zu transportieren, kostengünstiger anzuschaffen und daher wurden auch dann alle möglichen Dachneigungen auf einmal auch technisch ausführbar.

00:14:53: Und das Sammelsurium dass wir heute an Dach neigungen sehen, das ist letztlich die Folge eines Wirtschaftshistorischen Prozesses.

00:15:08: Man schaut ja gar nicht, man nimmt oft die Rahmenbedingungen intuitiv wahr und macht halt dann das wo man glaubt es sei das Beste.

00:15:22: Und manchmal denke ich haben wir jetzt im Welterbegebiet Dachneigungen die nicht so schön aussehen und dieses Gesamtgefüge wie ich mir manchmal denke stören er sich.

00:15:38: Appellier vielleicht auch hier an die Bauherren.

00:15:42: Ich appelliere natürlich auch an die Planerinnen und Planern, sich doch ein bisschen darauf zu besinnen was ist unsere baukulturelle Tradition?

00:15:57: Was ist unser bau kulturelles Erbe?

00:16:00: Und eine Dachneigung dann doch auch so zu überlegen wie könnte dass sich doch möglichst gut in die Tradition des immer noch reichlich vorhandenen gebauten Bestandes einfügen.

Über diesen Podcast

Das Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut ist eine einzigartige Kulturlandschaft mit einem reichen kulturellen Erbe. Mein Name ist Friedrich Idam und ich stelle ihnen in jeder Episode eine neuen Aspekt unseres Welterbes vor. Dieser Podcast wird von Welterbe - Management Hallstatt unterstützt.

Ab Folge 153 ist für jede Episode ein redaktionell bearbeitetes Transskript hochgeladen.

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von und mit Friedrich Idam, Gestaltung: Reinhard Pilz

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